Capas bevorzugtes Aufnahmeformat war das 24x36mm Kleinbild. Für seine ersten Reportagen in Kopenhagen, Berlin und Paris wird er die Kameras seiner Auftraggeber benutzt haben.

In Paris im März 1935 kauft sich Capa eine verchromte Leica III der Firma Ernst Leitz in Wetzlar mit 1:2,0 f = 5cm Leitz Summar, einem damals sehr lichtstarken Objektiv. Ende Februar 1937 in Madrid reicht er diese Leica an Gerda Taro weiter, die damit bis zu ihrem frühen Tode Ende Juli 1937 fotografiert.

Contax

Durch seine und Taros Spanienkriegsreportagen zu Geld gekommen, kauft Capa mit der Einrichtung seines Agentur-Ateliers in der Rue Froidevaux 37 in Paris im April 1937 eine Contax II der Zeiss Ikon AG Dresden. Das Standardobjektiv dazu ist das 1:2 f = 5cm Carl Zeiss Jena Sonnar. Die von 1936 -1945 in Dresden gebaute Contax II ist die erste Messsucher-Kleinbildkamera der Welt, d.h. Motivsucher und Mischbild-Entfernungsmesser, mit einer Messbasis von 10cm, sind eine gemeinsame Einblicköffnung. In die dazu gelieferte Contax-Kassette kann Kinofilm von der großen Rolle eingespult werden. Hat man zwei Contax-Kassetten in der Kamera, entfällt das zeitaufwändige und filmzerkratzende Rückspulen des belichteten Filmes.

Ab 1943, auf Anraten von Life, verwendet Capa neben der Contax auch noch die 6×6-Rolleiflex von Franke und Heidecke in Braunschweig. Das obere Objektiv sorgt für ein stets helles, seitenverkehrt gespiegeltes Sucherbild auf der Mattscheibe, die von oben eingesehen wird. Das untere Objektiv, ein 1:3,5 f= 7,5cm Carl Zeiss Jena Tessar, garantiert ein sehr scharf gezeichnetes Aufnahmebild.

Rolleiflex

Da kein beweglicher Spiegel die Kamera beim Fotografieren erschüttern kann, sind Freihandaufnahmen mit längeren Belichtungszeiten wie z.B. einer zehntel Sekunde verwacklungsfrei möglich.

Am 18. April 1945 belichtet Capa hier im Haus einen 6x6cm Rollfilm 120 mit 12 Bildern und einen Kleinbildfilm mit 36 Bildern, einen weiteren Kleinbildfilm belichtet er auf dem Weg bis zur Gustav-Adolf-Straße. Zu seiner Fotoausrüstung gehört neben dem Belichtungsmesser das Hochleistungsobjektiv 1:1,5 Carl Zeiss Jena Sonnar, was hier zum Einsatz kam. Die Lichtempfindlichkeit seiner Kodak-Filme wird 21 DIN=100 ISO gewesen sein.

Text: Thomas Pantke

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